Ostern 2014   -    

Ein regelmäßiges Ziel für Naturaufnahmen ist für mich die Oberlausitz.

In den Tagebau-Folgelandschaften und auf ehemaligen Truppenübungsplätzen existiert eine Fauna und Flora, wie man sie sonst nur noch an wenigen Stellen in Deutschland auf so begrenztem Raum findet.
Neben mehreren Wolfsrudeln, von denen ich bisher leider nur die Trittsiegel im sandigen Boden fand, tummeln sich dort große Rotwildbestände, Elche und Wildpferde (in einem speziellen, großen Gehege), Seeadler, Kraniche, Eisvögel, alle möglichen Amphibien und unzählige Insektenarten. Ausserdem habe ich dort entzwischen liebe Freunde gefunden, mit denen ich mehrfach im Jahr wunderbare gemeinsame Fototouren unternehme.

phoca thumb l ol 80d4521 20apr2014

Ostern hatte wir das Glück, sowohl einen Segelfalter, als auch einen Schwalbenschwanz an einem Tag vor die Linse zu bekommen.
Beide Falter gehören zu den absoluten Highlights auf meinen bisherigen Touren. Sie sind allerdings nicht einfach zu fotografieren. Scheint die Sonne, sind sie sehr flatterhafte Gesellen. Scheint sie nicht, sitzen sie gut getarnt in ihren geschützten Verstecken. Beide sind gute Beispiele dafür, dass für uns anscheinend eigentlich sehr auffällige Falter, durch eine exzellente Camouflage mit ihrem Umfeld derartig verschmelzen, dass sie für uns und mögliche Fressfeinde völlig unsichtbar werden.

Zunächst tanzte uns ein Schwalbenschwanz vor der Nase herum. Zwar setzte er sich immer wieder hin, wurde aber durch den böigen  Wind, immer wieder aufgeschreckt und weiter getrieben. Um bei solchen Bedingungen eine einigermaßen vernünftige Aufnahme hin zu bekommen, braucht man extrem viel Geduld. Immer, wenn man sich gaaaanz langsam angeschlichen, die Kamera gerade richtig ausgerichtet hat, flattertte er wieder davon. So turnten wir bestimmt 20 Minuten oder auch länger hinter dem Falter her, bis mir endlich die nebenstehende Aufnahme gelang. Es war wohl mehr die Verzweiflung über die Windböen, die den Schwalbenschwanz veranlasste, sich dier für ihn untypische Weidenkätzchenblüte als  Ansitz auszusuchen und sich dort festzuklammern.

Der Schwalbenschwanz steht bei uns in Deutschland auf der Vorwarnliste der Roten Liste. In einigen Bundesländern, wie z.B. Nordrhein-Westfalen, ist sein Bestand gefärdet. Er braucht sonniges, offenes Gelände und bevorzugt Trockenrasengebiete. In Gebieten mit Ackerbau wird man ihn nur selten antreffen. Hobbygärtner können ihm durch den Anbau von Möhre, Dill und Fenchel helfen, denn dies sind die bevorzugten Futterpflanzen der Raupen. Natürlich sollten die Pflanzen weder gespritzt, noch die schönen Raupen abgesammelt werden. 

phoca thumb l ol 80d4629 20apr2014Da sich an diesem Tag die Bedingungen nicht besserten, war auch der Segelfalter, den wir etwas später entdeckten, keine leichte fotografische Aufgabe. Ich würde sogar behaupten, dass er noch umtriebiger, als der Schwalbenschwanz war. Wir konnten es zunächst gar nicht fassen, dass wir am gleichen Tag auch noch einen Segelfalter zu sehen bekamen. Schnell war der Ergeiz geweckt, auch ihn möglichst schön vor die Linse zu bekommen. Es ist bestimmt oftmal sehr befremdlich für andere Spaziergänger, uns durch das Gelände schleichen oder kriechen zu sehen ;o)))
Letztendlich entdeckte der Falter eine in voller Blüte stehende wilde Kirsche und tat uns auch noch den Gefallen, sich in einer für uns erreichbaren Höhe, zu einem ausgiebigen Snack nieder zu lassen. Wir nutzten die Chance für etliche schöne Aufnahmen.

Der Segelfalter ist in vielen Gebieten Deutschlands völlig verschwunden und wird deshalb auf der Roten Liste als stark gefärdete Art geführt. 
Die Art kommt vor allem in warmtrockenen Lebensräumen mit Schlehe oder Felsenkirsche in steinigen Kalkmagerrasen Gebieten oder ähnlichen Habitaten vor. Großflächige, intensiv genutzte Agrarlandschaften führen zur Ausrottung der Art an diesen Standorten. Für die Balz bevorzugen die Falter sogenannte Hilltopping-Plätze, die nach Möglichkeit am Unterhang geeignete Futterpflanzen für die Raupen aufweisen. Diese hohen Ansprüche an den Lebnsraum verdeutlichen, weshalb die Art bei uns so stark gefährdet ist. Wo gibt es in unserer durchorganisierten Welt noch Platz für solche, für den Menschen 'nutzlose' Flächen!?!

Weitere Aufnahmen von Schwalbenschwänzen, Segelfaltern und vielen anderen Schmetterlingen sind hier zu finden.

Wenn Sie einen kundigen Naturführer und Fotografen in der Oberlausitz suchen können Sie sich vertrauensvoll an meinen guten Freund Mario Trampenau,
Tel.: 0174 5662586
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